Schach: Mit Können, Moral und etwas Glück – VfL Sindelfingen bleibt in der Verbandsliga

Vor der Saison wurde heftig über mögliche Ziele diskutiert: ein Brettpunkt (das, so unkten Pessimisten, sei vielleicht drin), ein Mannschaftspunkt, ein gewonnener Mannschaftskampf oder allen Ernstes der Klassenerhalt (wovon nur hoffnungslose Optimisten zu träumen wagten)? Nachdem der VfL Sindelfingen als eine Art Heidenheim (oder Elversberg) des Schachs mit einer Mannschaft, die nominell gerade einmal gehobenes BezirksligaNiveau darstellt, nicht nur in die Landesliga aufstieg, sondern auch noch den sensationellen Durchmarsch in die Verbandsliga dranhängte, schien das Ende der Fahnenstange erreicht. Doch weit gefehlt! Am Ende einer aufregenden Saison stand tatsächlich der kaum für möglich gehaltene Klassenerhalt. In der Abschlusstabelle landete der VfL auf Rang 8 von 10. Dass das für den Klassenverbleib reichte, lag an zwei Faktoren: Zum einen gelang den VfLern ersatzgeschwächt mit einem Mann weniger am letzten Spieltag ein hart erkämpfter 4,5:3,5-Sieg beim direkten Konkurrenten aus Lauffen am Neckar. Zum anderen wurde kurzfristig noch ein Platz in der Verbandsliga frei, weil sich Mannschaften in höheren Ligen zurückzogen.

„Da haben wir Glück gehabt“, resümiert Mannschaftsführer Adnan Hadziselimovic, „aber der Klassenerhalt ist voll verdient. Man muss sich nur einmal unsere Brettpunktzahl anschauen.“ In der Tat konnte das Team meist überzeugen, nicht nur im gewonnenen Derby gegen den SC Böblingen oder beim 6:2-Kantersieg gegen Plüderhausen, sondern auch bei einigen knapp verlorenen Matches wie dem unglücklichen 3,5:4,5 gegen Backnang zum Saisonauftakt oder dem tapferen 3,5:4,5 gegen das Spitzenteam aus Schönaich.

Dass die nächste Saison nicht leichter wird, ist allen klar. Unterschätzen wird diese Sindelfinger niemand mehr, aber auch das Selbstvertrauen ist gewachsen. Die Saison 2026/27 in der Verbandsliga kann kommen!

 

Autor: Volker Rühl

Foto: Sami Sami (vorne) und Hans-Peter Kuhlmann kämpfen Seite an Seite
Foto: Volker Rühl