Leichtathletik: Endstation EM-Halbfinale

Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham

800-Meter-Läufer Alexander Stepanov wird 13., Eric Maihöfer verpasst das Kugelstoß-Finale. Damit ist für die beiden Sindelfinger im Halbfinale bei den Europameisterschaften in Birmingham Schluss.

Die beiden Sindelfinger Alexander Stepanov und Eric Maihöfer hatten bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham ihren großen Auftritt jeweils in der Vorrunde und durften sich ein zweites Mal zeigen. Im 800-Meter-Halbfinale beziehungsweise im Kugelstoß-Vorkampf war für die Sindelfinger aber Schluss, beide verpassten die Top acht Europas.

Gute Ausgangsposition

Gleich zwei Mal musste am Montag Eric Maihöfer seine Kugelstoß-Schuhe schnüren. In der Qualifikation zeigte er sich gut aufgelegt und wurde mit seinem Stoß auf 19,90 Meter im Gesamtfeld Siebter – eine gute Ausgangsposition für das Finale am Abend. Allerdings tauchte an diesem Vormittag schon ein Problem auf, das Maihöfer am Abend eine Final-Platzierung kostete. Zwei von drei Stößen wurden ungültig gegeben, weil Maihöfer mit der Ferse im Ausdrehen den Ring leicht berührt hatte.

Das schien sich im Kopf des Sindelfinger eingebrannt zu haben. Und spätestens als er in Durchgang eins das Kugelstoß-Finales wieder die rote Fahne erblickte und sein Stoß aus genau diesem Grund ungültig gegeben wurde, wurde es schwierig für den 25-Jährigen. In der Folge gelang dem jüngsten Sportler im Feld kein gültiger Versuch, der Endkampf der Besten Acht, den Eric Maihöfer so gerne erreicht hätte, meilenweit entfernt. Ebenso die angepeilten 20 Meter.

„Ich kann es mir noch nicht ganz erklären. Ich konnte technisch nicht das umsetzen, was mir mein Trainer gesagt hat. Dann kommen drei ungültige Stöße zustande“, so der Sindelfinger gegenüber leichtathletik.de. Dennoch blickt er optimistisch in die Zukunft. „Auch wenn es gerade schwierig ist, denke ich, dass ich eine gute Saison gemacht habe. Das Finale hat das heute nicht widergespiegelt. Deswegen: Abhaken und nächstes Jahr neu angreifen.“ Sieger des Abends war der Italiener Leonardo Fabbri mit 22,31 Metern.

Nichts zu verlieren

Nach einer schwierigen Saison überzeugte Alexander Stepanov ebenfalls in seiner Vorrunde und hatte in der nächsten Runde am Mittwoch nichts zu verlieren. Im ersten von zwei 800-Meter-Halbfinals startete er von Bahn zwei und besetzte in der ersten Runde die Innenbahn für sich. Auch bei der Tempoverschärfung in Runde zwei war er hellwach und schob sich auf der Innenbahn kurz in Führung, ehe der Kroate Marino Bloudek von der Außenbahn angeflogen kam und direkt vor ihm einscherte. Stepanov kam aus dem Tritt und lief auf seinen Konkurrenten auf. Das kostete entscheidende Kräfte. Im Schlussspurt auf der Zielgeraden konnte der Sindelfinger nicht wie gewohnt auftrumpfen. Als Fünfter mit schnellen 1:45,46 Minuten durfte er dennoch zittern.

Die ersten drei der Halbfinals und die beiden Zeitschnellsten qualifizierten sich für das Finale. Doch die Athleten im zweiten Semifinale drückten deutlich mehr aufs Tempo, der letzte Finalplatz ging mit 1:43,84 Minuten an den Italiener Francesco Pernici. Eine Zeit, zu der Alexander Stepanov noch ein ganzes Stück fehlt und die aufzeigt, auf welchem Topniveau sich die europäische Spitze derzeit bewegt. „Ich habe es direkt gewusst, dass das zweite Rennen schneller wird. Wenn man nur 1:45 Minuten läuft, ist das ganz gefährlich“, so Stepanov, der mit seinem 13. Platz bei den Europameisterschaften zufrieden sein kann. „Ich habe alles versucht, meine Beine waren hintenraus ein bisschen schwer. Natürlich ist das ärgerlich, ich habe mir mehr vorgestellt“, so der ehrgeizige Sindelfinger.

 

Bild: VfL-Kugelstoßer Eric Maihöfer

Bild: Ralf Görlitz/A

Quelle: Sindelfinger Zeitung/ Böblinger Zeitung online