Leichtathletik: Bronze, Bestzeiten und zwei starke vierte Plätze für den VfL Sindelfingen

In Bochum-Wattenscheid gingen die Deutschen Meisterschaften der Jugend U16 und U20 über die Bühne.

 

Eine Flut an Bestleistungen, zwei starke vierte Plätze und eine Bronzemedaille. Nach den Deutschen Meisterschaften der Jugend U16 und U20 können die Leichtathleten des VfL Sindelfingen eine positive Bilanz ziehen.

 

Das bislang wichtigste Finale

Besonders heraus sticht der Medaillengewinn von Jannis Gartmann. Der 400-Meter-Hürdenläufer stand am Sonntagnachmittag in seinem bislang wichtigsten Finale. Für Gartmann ging es neben dem Medaillenkampf um ein Ticket für die Weltmeisterschaften in Eugene. Viel Druck für den FSJler, der schon Wochen vorher Respekt vor dem Finale äußerte. Der Sindelfinger verkaufte sich gut und zeigte ein solides Rennen.

Auf die Zielgerade bog er Brust an Brust mit seinen Konkurrenten ein, doch auf den letzten Metern war klar: Für die ersten beiden Plätze, gleichbedeutend mit einem WM-Ticket reicht es nicht. Doch Gartmann gab nicht auf und erkämpfte sich in 52,31 Sekunden Platz drei und die Bronzemedaille. Auf einen Einzelstart in Eugene muss der Sindelfinger zwar nun verzichten, er hat aber gute Chancen nach seinem überzeugenden Auftritt für die 4×400-Meter-Staffel nominiert zu werden.

Florian Reichl überzeugt

Das Optimum aus einem anstrengenden Wettkampftag holte Florian Reichl heraus. Der 100-Meter-Sprinter hat sich in dieser Saison schon erheblich steigern können und war als Siebter der Meldeliste und persönlicher Bestleistung von 10,62 Sekunden nach Bochum-Wattenscheid gereist. Das große Ziel des 19-Jährigen: Das Finale. Schon im Vorlauf lief er nah an seine Bestmarke heran, im Halbfinale dann war er mit 10,59 Sekunden so schnell wie noch nie. Eine gute Stunde später saß Reichl im Endlauf erneut im Startblock und zauberte 10,51 Sekunden auf die Bahn des Lohrheidestadions.

„Im Finale wollte ich einfach nur Spaß haben. Es war wirklich unglaublich, dass ich dort war.“ Der Sindelfinger lief auf einen starken vierten Platz, der zwar eine verpasste Medaille bedeutet, aber eine ganz andere Türe öffnen könnte. Als viertschnellster Deutscher hat er gute Chancen, als Teil der 4×100-Meter-Staffel für die U20-Weltmeisterschaften in Eugene nominiert zu werden. „Ich hatte die WM immer im Hinterkopf, aber nach der schwierigen Wintersaison absolut nicht damit gerechnet, dass es klappen könnte.“

An seinem Rennen hat Reichl nicht viel zu kritisieren. „Ich bin gut aus dem Block gekommen, auch die Beschleunigungsphase hat gepasst. Da habe ich allerdings schon gesehen, dass sich die ersten drei Athleten absetzen. Hintenraus bin ich dann locker geblieben.“ Einzig die gestoppte Bestleistung betrachtet Reichl mit einem weinenden Auge. Nur zwei Hundertstel-Sekunden schneller und er wäre die Einzel-Norm für die Weltmeisterschaften gelaufen, hätte die Bundeskadernorm erfüllt und einen neuen Sindelfinger Vereinsrekord aufgestellt.

Starkes Rennen von Nils Haumann

Über die 110-Meter-Hürden hatten die Blau-Weißen gleich zwei Athleten am Start. Luke Schmidt und Nils Haumann überzeugten beide im Vorlauf, im Halbfinale kam Schmidt allerdings nicht ins Ziel, auch Haumann hatte seine Probleme, zog aber knapp in den Endlauf ein. Dort ließ sich Nils Haumann nicht verunsichern und zeigte ein starkes Rennen. Mit 14,10 Sekunden lief er erneut so schnell wie noch nie und wurde Vierter. „Mit dem Vorlauf war ich sehr zufrieden, das Halbfinale war ein bisschen durchwachsen, ich bin gerade so ins Finale gerutscht, im Finale bin ich dann aber nochmal eine Bestleistung gelaufen“, so der Sindelfinger. „Ich bin sehr zufrieden, habe aber als Vierter natürlich ein lachendes und ein weinendes Auge. Das große Ziel von Anfang der Saison mit den Weltmeisterschaften ist da geplatzt“, weiß Haumann.

Bruno Lutz lief in 1:56,70 Minuten über die 800 Meter auf Platz achtzehn. Auch für Pauline Zoll war über die 100 Meter mit ihrer Zeit von 12,23 Sekunden nach dem Vorlauf Schluss. Knapp das Halbfinale verpasste indes Rebecca Spieß. Sie wurde über die 400 Meter in 63,86 Sekunden Achtzehnte. Auf Rang vierzehn sprang Mara Dümmler. Sie überquerte im Stabhochsprung 3,70 Meter. Vierzehnte wurde auch Helene Hirlinger mit 42,99 Metern im Hammerwurf.

Außerdem waren einige Sindelfinger U16-Talente am Start. Ben Eppler verpasste über die 100 Meter in 11,60 Sekunden um einen Platz das Halbfinale. Julian Fauser lief über die 300-Meter-Hürden in 43,49 Sekunden eine neue Bestleistung und wurde Siebzehnter. Arthur Dinkos lief die 1.500-Meter-Hindernis in 4:57,82 Minuten. Die 4×100-Meter-Staffel der weiblichen U16 war in der Besetzung Charlotte Herberth, Amelie Knoll, Leonie Stöhr und Maja Haumann 50,49 Sekunden schnell. Über die 300-Meter-Hürden liefen Charlotte Herberth 49,80 und Amelie Knoll 49,83 Sekunden.

 

Bild: Jannis Gartmann erkämpfte sich in 52,31 Sekunden Platz drei und die Bronzemedaille.

Bild: Görlitz

Quelle: Sindelfinger Zeitung/ Böblinger Zeitung online