Die HSG Böblingen/Sindelfingen unterliegt der SG Degmarn-Oedheim mit 21:22.
Die Oberliga-Handballerinnen der HSG Böblingen/Sindelfingen rennen weiterhin ihrer Form aus dem Vorjahr hinterher. Auch im dritten Saisonspiel, 21:22 gegen die SG Degmarn-Oedheim, setzte es für die Mannschaft von Sarah Wild eine Niederlage. Die HSG-Trainerin erkannte aber im Vergleich zu den beiden Abreibungen davor deutliche Fortschritte. „Defensiv war das bereits ein Schritt in die richtige Richtung, jetzt müssen wir nur noch am gegnerischen Kreis den Schlüssel finden.“
Eine Halbzeit lang genügte auch das Offensivspiel der Bösis höheren Ansprüchen. Ohne Spielmacherin Kira Stoll, die aufgrund eines Außenbandrisses nicht mitwirken konnte, sprangen andere Spielerinnen in die Bresche. Lena Münch führte klug Regie und tat sich auch als Torschützin hervor. Genauso auch Janina Schandl, die für die angeschlagen ins Spiel gegangene Sophie Hilf übernahm und maßgeblich an der zwischenzeitlichen 9:4-Führung nach einer Viertelstunde beteiligt war.
Vier-Tore-Führung zur Pause
Die jüngsten Rückschläge waren der HSG in den ersten 30 Minuten nicht anzumerken, der Auftritt gefiel dementsprechend auch Sarah Wild. „Wir haben einfach unsere technischen Fehler halbiert und vorne unsere Chancen genutzt“, war die Bösi-Trainerin mit der 15:11-Pausenführung zufrieden. Sechs Minuten nach Wiederanpfiff war sie es indes nicht mehr. Degmarns Lea Schmierer hatte soeben per Siebenmeter den 16:16-Ausgleich erzielt, was Sarah Wild dazu veranlasste, ihre Spielerinnen wieder um sich zu scharen. „Der Schwung war weg, dafür die Verunsicherung wieder zurück.“
Überhastete Würfe, Pässe auf Kniehöhe und weitere leichtfertige Fehler prägten erneut das Spiel der Bösis, wodurch die keineswegs überzeugenden Gäste wieder in die Partie zurückfanden. Selbst eine 20:18-Führung in der 53. Minute verlieh den Gastgeberinnen nicht die erhoffte Sicherheit. Auch eine exzellent haltende Anne Kilper im HSG-Kasten konnte letztlich nichts ausrichten.
HSG fällt nach Abwehrumstellung ratlos
Bezeichnend für das überschaubare Niveau des Spiels war auch, dass die Bösis nach dem 22:21-Führungstreffer der Gäste durch Kim Döhler in der 57. Minute noch drei Angriffe fahren konnten, die aber allesamt ergebnislos verpufften. Ein zu schneller Abschluss von Sophie Hilf brachte Sarah Wild sogar noch um die Möglichkeit, eine Auszeit zu nehmen. „Auch an der Szene ist ersichtlich, dass wir aktuell mehrere Baustellen haben“, war die HSG-Trainerin nach der Schlusssirene sichtlich niedergeschlagen.
Über 20 Minuten lang habe ihre Mannschaft „wie aus dem Lehrbuch agiert und die Vorgaben vollauf erfüllt“. Dann aber stellte der Gegner auf eine 5:1-Abwehr um. „Und uns ist nichts mehr dagegen eingefallen“, verwies Sarah Wild auf magere sechs Tore ihrer Schützlinge im zweiten Durchgang. „Wir haben noch einiges an Arbeit vor uns, nehmen heute zumindest eine gute Halbzeit mit.“
HSG Böblingen/Sindelfingen: Kilper, Hagenlocher (beide im Tor); Golasch, Moßhammer, Mayer, Heiser (3 Tore/davon 1 Siebenmeter), Julia Zeller (2), Münch (5), Dieterle, Stauder (2), Hilf (3), Chloé Bohner, Schandl (6), Matziol.Von Edip Zvizdiç
Bild: Janina Schandl traf zwar sechs Mal, konnte die Heimniederlage aber nicht verhindern.
Bild: Stampe
Quelle: Sindelfinger Zeitung/ Böblinger Zeitung online