Handball: Handball-Verbandsliga: Bösis zittern bis zum Schluss

33:32-Erfolg.

Handball-Verbandsligist HSG Böblingen/Sindelfingen gewinnt denkbar knapp mit 33:32 gegen die Handballregion Bottwar SG.

„Wie ein gutes Pferd“, konnte sich Frederik Todt ein Grinsen nach dem Schlusspfiff nicht verkneifen. Der Spielmacher der HSG Böblingen/Sindelfingen verdeutlichte mit seiner Äußerung mehr oder weniger die Tatsache, dass sein Team im Heimspiel gegen die Handballregion Bottwar SG nur so viel getan hatte, wie nötig war, um die nächsten zwei Punkte einzufahren. Am Ende entschied die HSG das Duell gegen den Liganeuling knapp mit 33:32 für sich. „Wir wissen natürlich, dass wir deutlich besser spielen können, aber auch solche Partien muss man erst einmal gewinnen“, war Marco Cece nicht unzufrieden mit dem Auftritt seines Teams.

Denn, dass man die Bottwar SG nicht im Vorbeigehen würde besiegen können, das ahnte der HSG-Coach bereits vor dem Anpfiff. „Bottwar befindet sich im Aufwind, das wird kein Selbstläufer“, hatte Marco Cece seiner Mannschaft mit auf den Weg gegeben. Entsprechend fokussiert gingen seine Spieler dann auch zu Werke – zumindest was die Offensive anbetrifft. „Nach vorne war das ziemlich gut. Damit konnten wir unsere Unzulänglichkeiten in der Abwehr kaschieren.“

Eine gute Viertelstunde hielten die Gäste das Spiel offen, ehe die HSG einen Gang hochschaltete. Angekommen waren zu diesem Zeitpunkt auch Tim Negler und Mikko Frommer, die direkt vom A-Junioren-Spiel in Bittenfeld zur Aktivenmannschaft stießen. Kreisläufer Tim Negler führte sich sogleich mit einem Treffer erfolgreich ein und trug seinen Teil zur 20:15-Pausenführung bei. „Der Vorsprung ging in Ordnung“, bemerkte Marco Cece beiläufig.

Als kurz nach Wiederanpfiff Urs Bonhage mit drei Toren am Stück auf 23:15 stellte, schien der Fisch bereits geputzt. Die Gäste reagierten, indem sie ihre unkonventionelle 3:3-Abwehrformation in eine deutlich defensivere 6:0 änderten. „Damit haben sie uns überrascht und aus der Spur gebracht“, war Marco Cece baff, zollte dem gegnerischen Trainerteam um Jan Diller aber sogleich Respekt. „Kompliment an die Bottwarer Trainer, sie haben ihre Hausaufgaben gemacht und waren vorbereitet auf uns.“

Konnten die Bösis bis dahin am gegnerischen Kreis nahezu schalten und walten wie sie wollten, hakte es plötzlich in der bis dahin, so Marco Cece, „nahezu perfekt“ funktionierenden Offensivmaschinerie. Mit vier Toren in Folge halbierten die Gäste den Rückstand schon bis zur 39. Minute auf 19:23. Hinten agierte die HSG schlichtweg zu sorglos. Torhüter Kevin Gsell hielt, was er halten musste, wurde von seinen Vorderleuten aber ein ums andere Mal im Stich gelassen. Oft reichte bereits ein Wackler, schon war die Abwehr der Hausherren ausgespielt.

Die Cece-Sieben spielte offen mit dem Feuer, lag aber nach 49 Minuten bei 29:25 immer noch mit vier Toren komfortabel in Führung. Als Philipp Storz kurz darauf auf 28:29 aus Sicht der Gäste verkürzte und auch noch eine Zeitstrafe gegen Urs Bonhage zog, drohte der HSG weiteres Ungemach. Frederik Todt beruhigte zwar in Zeitnot die Nerven der heimischen Fans, die zwei Punkte hingen aber weiterhin am seidenen Faden. Vor allem, als Jonathan Siegler mit einem Doppelpack zum 31:31 (56.) ausgleiche konnte.

Dass die HSG schließlich doch noch den Kopf aus der Schlinge zog, hatte sie ihrem an diesem Abend besten Spieler zu verdanken. Nicholas Raff sorgte mit zwei Toren dafür, dass die Heimbilanz in dieser Saison weiterhin keine Niederlage aufweist. Am Ende fiel der Sieg mit 33:32 zwar denkbar knapp aus, hievte die HSG aber am Samstagabend bereits auf den vierten Rang der Verbandsliga – nur noch einen Minuspunkt hinter dem Zweiten TSV Altensteig. Was Co-Trainer Vito Cece erfreut zur Kenntnis nahm: „Die Tabelle sieht richtig gut aus.“

HSG Böblingen/Sindelfingen: Gsell, Maaß (beide im Tor); Schmitt (1 Tor), Staudenmaier (3), Heinkele, Urs Bonhage (6), Mikko Frommer, Tim Frommer (4), Todt (2), Seeger (6), Hablizel (2), Sommer, Negler (1), Raff (8/davon 5 Siebenmeter)

Bild: Urs Bonhage (beim Sprungwurf) und die HSG Böblingen/Sindelfingen mussten lange zittern. Bild: Photostampe.

Quelle: Sindelfinger Zeitung/Böblinger Zeitung Online