Handball: HSG entzaubert bisherigen Spitzenreiter

30:29-Sieg gegen Bönnigheim.

Der bisherige Spitzenreiter der Verbandsliga, der TSV Bönnigheim, musste am Ende die Überlegenheit der Hausherren anerkennen und mit einer 29:30-Niederlage bei der HSG Böblingen/Sindelfingen von dannen ziehen.

Die miserable Hinrunde der Handballer der HSG Böblingen/Sindelfingen scheint nur noch eine Erinnerung aus längst vergangenen Zeiten. Denn nach dem zweiten überzeugenden Auftritt nach der Winterpause deutet nichts mehr auf die zwischenzeitlichen Abstiegssorgen der HSG hin. Von der wiedergefundenen Stärke der Bösis durfte sich auch der TSV Bönnigheim vor 400 Zuschauern in der Sindelfinger Sommerhofenhalle überzeugen. Die HSG gewann mit 30:29.

„Das sind die Big Points, die ich mir von der Mannschaft gewünscht hatte“, war Marco Cece nach dem aufreibenden Spiel bestens gelaunt. Das durfte er auch vollauf sein, denn den Aufwärtstrend vom 39:23-Kantersieg gegen den SV Remshalden vor 14 Tagen hat die HSG auch gegen den Aufstiegsfavoriten bestätigt. Mit gelegentlichen Schwächephasen zwar, aber insgesamt in beeindruckender Manier. „Wir haben uns vor allem nach der Pause an unseren Matchplan gehalten und letztlich auch verdient gewonnen“, zeigte sich der Bösi-Coach zufrieden.

Starker Auftakt

Angetan vom Spiel seiner Mannschaft war Marco Cece bereits nach der sehr guten Anfangsviertelstunde, in der die Bösis einen Start nach Maß erwischten und mit 7:4 in Führung lagen. Dass zur Pause ein 12:16-Rückstand auf der Anzeigetafel prangte, konnte der HSG-Trainer selbst kaum glauben. „Wir waren definitiv keine vier Tore schlechter. Aber wir hatten einige unnötige Fehler, durch die wir uns selbst aus dem Spiel gebracht haben. Symptomatisch für den bisweilen sorglosen Auftritt der Hausherren war die letzte halbe Minute vor der Pausensirene. Yannick Herter hatte soeben das 15:12 für die Gäste erzielt, als HSG-Kreisläufer Tim Negler Tempo aufnehmen wollte. In sein Anspiel nach hinten hinein sprang aber Gäste-Akteur Jaron May, der daraufhin keine Mühe hatte, das 16:12 in das verwaiste HSG-Tor nachzulegen.

Diese sich mehrenden Unzulänglichkeiten sprach Marco Cece in der Kabine sofort an. „Es war nicht alles schlecht, aber bei jedem Einzelnen bestand deutlich Luft nach oben.“ Entsprechend wünschte sich der HSG-Trainer von seinem Team für die folgenden 30 Minuten „viel Herz, aber auch mehr Intelligenz“. Mit zwei Toren von Urs Bonhage sowie einem Treffer von Marvin Seeger kamen die Hausherren dann auch wie von der Tarantel gestochen auf den Platz zurück. Beim 19:19 in der 40. Minute erzielte Kreisläufer Dominik Möller sodann den ersehnten Ausgleich.

Immer mehr in den Mittelpunkt spielte sich in dieser Phase Moritz Maaß. Nach der Verletzung von Fabian Rothsching ins erste Glied gerückt, wuchs der HSG-Schlussmann mit fortlaufender Spielzeit über sich hinaus. Als sich das Blatt wieder zugunsten der Gäste, die mit 27:25 (50.) in Führung lagen, zu wenden schien, war Moritz Maaß zur Stelle. „Moritz hat heute sein bestes Spiel im HSG-Trikot abgeliefert“, lobte Marco Cece.

Marco Cece war nach der Schlusssirene erleichtert wie auch begeistert. Mit seinen Lobeshymnen wusste er gar nicht, wo er zuerst ansetzen sollte. Joshua Stöffler habe beispielsweise in der Abwehr ein „riesen Spiel“ gezeigt. Marvin Seeger sei vorne „wieder eine Bank“ gewesen. Ein für die Zuschauer nicht sichtbares Detail bezüglich seiner Torhüter hob der HSG-Coach dann aber deutlich hervor. „Fabi saß trotz seiner Verletzung mit auf der Bank, er hat Moritz überragend unterstützt und ihm immer wieder die Wurfbilder der Bönnigheimer aufgezeigt. Wir waren heute in allen Belangen ein Team. Ist das der Fall, können wir gegen jeden Gegner mithalten.“

HSG Böblingen/Sindelfingen: Maaß, Gsell (beide im Tor); Fangerow (8 Tore/davon 2 Siebenmeter), Staudenmaier, Bonhage (4), Heinkele (3), Möller (3), Finn Spitzl, Tim Frommer (3), Todt (2), Seeger (7), Stöffler, Negler, Mikko Frommer

 

Bild: So sehen Sieger aus: Die HSG Böblingen/Sindelfingen nach dem 30:29-Sieg in der Sommerhofenhalle gegen den TSV Bönnigheim.

Bild: photostampe

Quelle: Sindelfinger Zeitung/ Böblinger Zeitung online