23:25 gegen Gerhausen.
Die HSG Böblingen/Sindelfingen verliert in der Handball-Oberliga der Frauen gegen den Tabellenletzten TV Gerhausen mit 23:25
Auf eines kann man sich bei den Handballerinnen der HSG Böblingen/Sindelfingen seit Jahren schon verlassen: Kaum wähnt man die HSG auf dem Weg nach oben, folgt auch schon ein ungeplanter Rückschlag. So geschehen am Samstag im Heimspiel gegen den Tabellenletzten TV Gerhausen, welches die Mannschaft von Mischa Herok nach schwacher Leistung mit 23:25 verloren gab. „Keine Ahnung, wieso wir uns nicht an klarste Absprachen halten“, war der Bösi-Coach nach dem Spiel sichtlich bedient.
Dass die Aufgabe gegen das Liga-Schlusslicht nicht einfach werden würde, das wusste Mischa Herok bereits im Vorfeld der Partie. Seine Bedenken und Zweifel trugen dabei einen Namen: Alexandra Meisl. Die mittlerweile 46-Jährige, einst 63 Mal für die deutsche Nationalmannschaft im Einsatz, hütet das Gerhausener Tor und ist gleichzeitig die Lebensversicherung des Tabellenletzten. „Wir alle wissen, dass es Alexandra immer noch drauf hat“, sagte der HSG-Trainer. „Dass wir ihr die Arbeit mit unseren schlechten Abschlüssen aber noch zusätzlich erleichtern, das ärgert mich maßlos.“ Immer wieder setzten die Bösis ihre Würfe zu hoch an – gegen eine Torhüterin, die sich, für alle in der Sindelfinger Sommerhofenhalle ersichtlich, auch noch mit Rückenproblemen herumplagte.
Reichlich Redebedarf
Nichtsdestotrotz erwischten die Gastgeberinnen den besseren Start, lagen nach zwölf Minuten mit 7:4 vorne und zur Pause mit 13:10. Aber schon nach den ersten 30 Minuten hatte Mischa Herok reichlich Redebedarf. „Wir haben uns immer wieder einlullen lassen vom Gegner, der das Tempo bewusst verschleppt hat. Wir haben das Spiel nicht schnell bekommen.“
Aber auch mit angezogener Handbremse behielt die Herok-Sieben zunächst die Kontrolle über das Geschehen – zumindest bis zur 40. Minute. Bei eigener 16:12-Führung scheiterte Zana Turkalj mit einem Siebenmeter an Alexandra Meisl, wodurch ein Negativprozess in Gang gesetzt wurde. Binnen kürzester Zeit musste zuerst Lena Münch mit Verdacht auf eine schwere Knieverletzung raus, dann auch noch Theresa Terbeck aufgrund ihrer dritten Zeitstrafe vorzeitig zum Duschen. Da sich kurz vor dem Anpfiff auch noch Pauline Hille mit einer Magen-Darm-Erkrankung abgemeldet hatte und auch Elena Oeder angeschlagen nur für den Notfall auf der Bank saß, fehlte es Mischa Herok plötzlich an personellen Alternativen.
So musste er mit ansehen, wie das gesamte Gebilde gehörig ins Wanken geriet. Nach 48 Minuten noch mit 19:16 in Führung, fand sich die HSG vier Minuten später beim 20:21 erstmals in Rückstand wieder. Was folgte waren überhastete Einzelaktionen, ängstliche Abschlüsse sowie auch eklatante Lücken in der Defensive trotz teilweise doppelter Überzahl. Am Ende sicherte Alexandra Meisl mit etlichen Paraden ihrer Mannschaft den 25:23-Auswärtssieg, den diese noch auf dem Platz ausgiebig zu feiern wusste.
HSG Böblingen/Sindelfingen: Kilper, Luburic (beide im Tor); Turkalj (5 Tore), Svenja Hille (5), Knoll (1), Baker, Heiser (5), Oeder, Terbeck (1), Münch (2), Kohler (3), Wild, Baumgartl (1), Stauder
Bild: photostampe
Quelle: Sindelfinger Zeitung/ Böblinger Zeitung online