Bald geht es zurück über den Teich
Die 19-jährige Sindelfingerin studiert an der University of Utah in Salt Lake City und hat dort beste Trainingsbedingungen.
Für eine Stippvisite ist das Sindelfinger Langstrecken-Ass Emily Junginger zurzeit wieder im Lande, in dieser Woche geht es für die 19-Jährige aber schon wieder zurück über den großen Teich. Seit letztem Herbst studiert sie an der University of Utah und genießt dort optimale Entwicklungsmöglichkeiten. Im ersten Semester stand die Crosssaison im Mittelpunkt. Vier Rennen absolvierte sie und reiste von ihrem Studienort Salt Lake City aus durchs Land. Die Wettkämpfe fanden etwa in den US-Bundesstaaten Missouri und Wisconsin statt. Mit ihrem Team qualifizierte sich Junginger für die Nationalen Meisterschaften. „Mein erstes Semester lief sportlich ganz gut.
Das Crosslaufen hat in den USA einen ganz anderen Stellenwert und wir haben als Team gut performt.“ Zurück in Deutschland ging es dann gleich weiter mit den Crossrennen. Erst gewann sie bei den Deutschen Crossmeisterschaften in Darmstadt die Silbermedaille und qualifizierte sich damit für die Cross-Europameisterschaften, dann trat Emily Junginger die Reise nach Portugal an und erzielte eine Top-20-Platzierung. „Die Strecke in Portugal war ganz anders als vorgestellt. Wir sind zu 90 Prozent auf Schotter gelaufen und es war sehr schmal. Ich wurde erst nach hinten gedrängt und musste dann aufholen“, so die Sindelfingerin, die anderes gewohnt ist.
„Cross ist in den USA ganz anders, viel mehr Leute laufen Cross und die Strecken sind weitläufiger und welliger ohne große Anstiege.“ Zum Ende des Jahres zeigte sich die 19-Jährige dann auch noch beim Bietigheimer Silvesterlauf. Junginger lief als Siebte ins Ziel. „Ich kann mich nicht beschweren, nach der Cross-EM habe ich eine längere Pause gemacht und habe erst wieder mit Dauerläufen begonnen. Silvesterläufe machen mir immer viel Spaß.“ Ihre kurze Zeit in Sindelfingen hat die Leichtathletin also perfekt genutzt. Und bald schon geht es in den USA mit den ersten Wettkämpfen weiter.
Eine Meile in der Halle
Die Hallensaison steht vor der Türe und dann, anders als in Deutschland ohne große Pause, die Freiluftsaison. „In der Halle will ich auf jeden Fall zum ersten Mal die Meile laufen und dann wahrscheinlich 3000 Meter. Die Qualifikation für die Meisterschaften sind das Topziel“, so Junginger. In ihrem ersten Jahr in den USA will sie sich aber die Zeit nehmen, Erfahrungen zu sammeln. „Bislang gefällt es mir sehr gut. Die Bedingungen sind top: Ich gehe zur Uni und ins Training und für alles ist gesorgt. Wir bekommen Verpflegung zwischen den Trainingseinheiten, haben einen extra Krafttrainer und auch für Themen wie Ernährung und mentale Gesundheit haben wir Unterstützung“, schwärmt die Sindelfingerin.
Auch im Team fühlt sie sich wohl. Rund 20 Athletinnen trainieren gemeinsam. Die meisten sind auf einem ähnlichen Niveau und absolvieren viele Einheiten Seite an Seite. Eine kleine Umstellung war das neue Training dann doch. „Ich war ja zwei Jahre lang das Training von Bastian Franz gewohnt. Hier machen wir weniger Kilometer und sind mehr im Kraftraum, um verletzungsfrei zu bleiben.“ Gerade die Landschaft in Salt Lake City hat es Emily Junginger angetan. „Das ist wirklich ein Traum. Beim Anblick der Berge denke ich oft: ´Wow, ich lebe hier`.“
Emily Junginger hatte schon sehr früh den Traum, für ihr Studium in die USA zu ziehen. Als Grundschülerin verbrachte sie bereits einige Jahre in den Vereinigten Staaten und ihr war klar: Nach dem Abitur will sie zurückkehren. „Ich habe mich deswegen auch schnell eingewöhnt und will hier meinen Bachelor machen.“
Die Sportlerin plant also mit einem vierjährigen Aufenthalt und strebt einen Abschluss im Fach Biologie an. Danach soll es aber in Deutschland weitergehen und zwar im besten Fall mit einem Medizinstudium.
Das ist aber Zukunftsmusik, Emily Junginger konzentriert sich voll darauf, sich in den nächsten Jahren weiter zu steigern. „Die NCAA ist die stärkste Leichtathletikliga der Welt und ich darf hier gegen die besten Athleten laufen. Ich will weiter wachsen und viele Bestleistungen sammeln“, so die Sindelfingerin. Ob sie in der Freiluftsaison auf deutschem Boden Wettkämpfe bestreiten wird, ist indes noch unklar. Im besten Fall ist ihre Leichtathletiksaison in Utah lang, weil sie sich für die hohen Meisterschaften qualifiziert hat.
„Außerdem gibt es in diesem Jahr für die U23 keinen internationalen Saisonhöhepunkt. Ich kann schlecht einschätzen, wie lang meine Saison wirklich wird, aber ich würde schon gerne in Deutschland laufen.“
Bild: Emily Junginger (links) läuft bei der Croos-EM unter die besten 20 Starterinnen.
Bild: Ralf Görlitz
Quelle: Sindelfinger Zeitung/ Böblinger Zeitung online