Handball: Seeger trifft zwei Sekunden vor Schluss: HSG rettet Punkt gegen Mössingen

Handball-Verbandsliga

Die Verbandsliga-Handballer der HSG Böblingen/Sindelfingen sehen 90 Sekunden vor Schluss die Felle am Murkenbach davonschwimmen. Zwei Sekunden vor Schluss ist der Punkt dann doch gerettet.

Anderthalb Minuten vor der Schlusssirene mit zwei Toren in Rückstand haben die Verbandsliga-Handballer der HSG Böblingen/Sindelfingen im Heimspiel gegen die Spvgg Mössingen noch einen Zähler eingefahren. Ein Treffer von Marvin Seeger zwei Sekunden vor dem Ende bescherte den Hausherren ein 36:36-Unentschieden, das im Hinblick auf die folgenden Partien gegen die beiden Spitzenteams aus Oeffingen und Alfdorf/Lorch/Waldhausen „enorm wichtig ist“, wie Marco Cece betonte.

Der HSG-Coach war nach den aufreibenden 60 Minuten zuvor dennoch hin- und hergerissen. Genauer betrachtet nur von den Schlussminuten, denn gleich zwei Mal fühlte sich Marco Cece von den Unparteiischen verpfiffen. „Es fallen zwei Entscheidungen gegen uns, die beide falsch waren. Ich habe mir die Szenen danach nochmal auf Video angeschaut, beide Male liegen die Schiedsrichter daneben.“ In der ersten Szene ließ Dominic Rose den Ball nach einem Pfiff der Unparteiischen auf den Boden fallen, damit ihn ein Mitspieler ausführen kann. „Regelgerecht innerhalb von neun Metern“, wie Marco Cece ausführte. Stattdessen schnappte sich Mössingen das Spielgerät und erzielte gegen perplex dreinblickende Bösis durch Paul Rath das 35:33.

Schmerzhaft

Fast noch mehr schmerzte die Gastgeber der Treffer zum 36:35 der Mössinger 17 Sekunden vor der Schlusssirene. Gäste-Akteur Friedrich Gückel drehte sich um Arne Neuberger herum, warf den Ball dann aber ans Außennetz. „Ich dachte noch, toller Spin Move des Mössingers“, sagte Marco Cece. Als die Schiedsrichter dann aber auf Siebenmeter entschieden, war es um die Contenance auf der Bank der Bösis geschehen. „Arne hat ihn nicht einmal berührt.“ Die Proteste seitens der Gastgeber wiederum ahndete das Unparteiischen-Duo mit einer Gelben Karte gegen Marco Cece.

Nachdem Jona Göhner mit seinem siebten Treffer des Abends das 36:35 für die Gäste erzielt hatte, zog der HSG-Trainer seine Mannen noch ein letztes Mal mittels Auszeit zu sich. Der kreierte Angriff mit einem Feldspieler mehr mündete schließlich im umjubelten Treffer von Marvin Seeger zum 36:36-Endstand. „Wenn man die kompletten 60 Minuten betrachtet, dann geht das Remis auch in Ordnung“, zog Marco Cece dann doch halbwegs zufrieden Bilanz. „Wir bleiben im Kampf um Platz drei dabei.“

Für Platz drei muss mehr gehen

Damit tatsächlich wie vor zwei Jahren vom dritten Rang geträumt werden darf, müssen die Bösis in den kommenden Wochen in der Defensive aber deutlich drauf- und vor allem wieder energischer zupacken. Gegen Mössingen machten es die Hausherren den Gästen, die ohne ihren kranken Spielmacher Ruben Gesk auskommen mussten, zu einfach. Für Ruben Gesk sprang Hendrik Müller in die Bresche, der mit der HSG-Abwehr fortan Katz und Maus spielte und die Partie mit zwölf Toren beendete. „Wir haben Hendrik Müller nie in den Griff bekommen“, sagte Marco Cece.

Mit der Offensivleistung seines Teams war der Bösi-Trainer aber zufrieden. „Die Jungs haben vorne abgeliefert, sodass der Gegner nicht davonziehen konnte.“ Zumindest nicht in den ersten 30 Minuten, die Mössingen knapp mit 19:18 für sich entschied. In der 43. Minute hingegen lagen die Gäste bereits mit 26:22 vorne. Marco Cece reagierte und brachte für den sehr oft von seiner Abwehr im Stich gelassenen Nikaas Thiruvarudsri Ersatzmann Martin Root ins Spiel. Der von der zweiten Mannschaft aufgerückte Schlussmann führte sich mit drei Paraden gleich prächtig ein und war maßgeblich daran beteiligt, dass sich die Hausherren in die Partie zurückbeißen konnten.

Dominic Rose und Frederik Todt legten im Rückraum noch eine Schippe drauf, genauso auch die beiden Außen Marvin Seeger und Marian Heinkele. In der Defensive setzte Marco Cece in Mikko Frommer und Michael Fangerow auf einen kleineren, aber wendigeren Mittelblock. „Die beiden sollten offensiver decken und Ballgewinne generieren.“ Tor um Tor rückte die HSG heran und lag in der 51. Minute durch einen Treffer von Frederik Todt mit 30:29 vorne, ehe sich in einer hitzigen Schlussphase das Blatt noch mehrmals wenden sollte. Letztlich konnten die Bösis doch noch den Kopf aus der Schlinge ziehen und einen Zähler sichern. „Wenigstens haben wir mit dem Punktgewinn nach unserem Hinspielerfolg den direkten Vergleich mit Mössingen gewonnen“, sagte Marco Cece.

HSG Böblingen/Sindelfingen: Thiruvarudsri, Martin Root (beide im Tor); Grosser, Fangerow (5 Tore/davon 1 Siebenmeter), Seeger (4), Englert (4), Marian Heinkele (6), Mikko Frommer (1), Finn Spitzl, Negler (2), Todt (5), Bock (1), Rose (7/1), Neuberger (1), Dörner

 

Bild: Dominic Rose ist in dieser Szene nicht zu halten.

Bild: Photostampe

Quelle: Sindelfinger Zeitung/ Böblinger Zeitung online