Pausenrückstand gedreht
Dicke Überaschung in der Handball-Oberliga in der Murkenbachhalle.
Die C-Junioren der HSG Böblingen/Sindelfingen haben dem Titelrennen in der Oberliga neue Spannung eingehaucht. Im Spitzenduell gegen das bislang makellose Team Stuttgart behielt die Mannschaft von Hasan Deveci vor 150 begeisterten Zuschauern in der Böblinger Murkenbachhalle mit 22:18 die Oberhand.
„Ich bin so stolz auf meine Jungs, die ein tolles Spiel abgeliefert haben“, strahlte der HSG-Trainer nach dem Schlusspfiff mit seinen Schützlingen um die Wette. Schon im Hinspiel hatten die Bösis dem Meisterschaftsfavoriten ein Duell auf Augenhöhe geliefert – aber nur für 35 Minuten.
„Damals sind wir eingebrochen und haben am Ende zu hoch mit 19:32 verloren“, erinnerte sich Hasan Deveci vor dem zweiten Aufeinandertreffen noch gut an den Spielverlauf. „Wir haben die Fehler analysiert und waren dieses Mal vorbereitet.“ Das dann aber auch auf dem Platz umzusetzen, daran scheitern viele Mannschaften. Nicht so die C1-Junioren der HSG, die nach ausgeglichenem Beginn langsam, aber sicher das Kommando übernahmen. „Wir standen hinten bombensicher“, lobte Hasan Deveci die Abwehrarbeit seiner Spieler. „Den Stuttgartern ist nichts mehr eingefallen, sie wussten nicht mehr, was sie tun sollten.“
Zehn Zeitstrafen, zwei rote Karten
Aus einem 8:9-Rückstand nach 17 Minuten machten die Bösis bis zur Pause eine 13:9-Führung und ließen auch nach dem Seitenwechsel nicht locker. Die Ideenlosigkeit der Gäste spiegelte sich in zehn Zeitstrafen und zwei roten Karten wider.
„Der Gegner war gefrustet, konnte nicht mit dem Rückstand umgehen und hat es mit Härte probiert“, war der HSG-Trainer erbost, aber auch zufrieden, wie seine Mannschaft auf die Provokationen reagierte. „Wir waren einfach auf alles vorbereitet.“
Vor allem Rückraum-Ass Patrick Rechberger sowie der überragende Fred Schäfer am Kreis spielten mit dem Gegner Katz und Maus. Als Patrick Rechberger in der 43. Minute auf 21:14 stellte, war das Gipfeltreffen nicht nur entschieden, es bahnte sich für den Spitzenreiter eine deftige Abreibung an.
Dazu kam es aber nicht mehr, da die Bösis in der Schlussphase bereits mit den Feierlichkeiten begannen und am Ende lediglich ein 22:18 auf der Anzeigetafel prangte. Und auch dafür hatte Hasan Deveci Verständnis. „Da waren zwar noch einige unnötige Gegentore dabei, weil die Konzentration nachgelassen hat, aber das ist nur ein Schönheitsfehler. Der Sieg war vollauf verdient.“
Da den direkten Vergleich das Team Stuttgart gewonnen hat, macht sich der HSG-Trainer nur wenig Hoffnungen auf den Titel. Ohnehin ist ihm die Entwicklung seiner Spieler viel wichtiger. „Die Jungs haben großes Potenzial“, so Hasan Deveci. „Ich hoffe, dass wir viele der Spieler irgendwann in unserer ersten Aktivenmannschaft sehen werden.“
HSG Böblingen/Sindelfingen: Louis Köly, Deaon La Fata (beide im Tor); Lenny Lux, Patrick Rechberger (6 Tore), Marlon Thumm (5), Anton Schenk (2), Elias Münch, Fred Schäfer (7/davon 4 Siebenmeter), Luca Petersen, Mika Müller (1), Ben Soltans (1), Jano ten Brink
Bild: Rückraum-Ass Patrick Rechberger trifft sechsmal gegen Stuttgart.
Bild: photostampe
Quelle: Sindelfinger Zeitung/ Böblinger Zeitung online