Bösi-Frauen
Die Winterpause hat wohl doch ein paar Tage zu lange angedauert: Noch leicht eingerostet wirkten die Handballerinnen der HSG Böblingen/Sindelfingen am Donnerstagabend im vorgezogenen Oberligaduell beim TSV Köngen und mussten sich letztlich mit einem 24:24-Unentschieden begnügen.
„Diesen Punktverlust haben wir uns selbst zuzuschreiben“, ärgerte sich Mischa Herok auch deshalb, weil der Rückstand auf Spitzenreiter SG H2Ku Herrenberg auf nunmehr drei Zähler angewachsen ist.
Den Start in die erste Partie des neuen Kalenderjahres bezeichnete der HSG-Trainer noch als „geglückt“, als Svenja Hille und Mascha Heiser die Gäste schnell mit 2:0 in Führung brachten. Danach aber begannen schon die Probleme – vor allem in der Offensive. „Wir haben zu viel in die Breite gespielt und haben immer wieder Eins-gegen-Eins-Situationen gemieden“, vermisste Mischa Herok in dieser Hinsicht vor allem die kranke Sophie Hilf. Darüber hinaus bekam er auch noch erstaunlich viele technische Fehler seiner Spielerinnen serviert.
Gute Defensivleistung
Zumindest in der Abwehr wussten die Bösis zu überzeugen. Das Zusammenspiel zwischen Torhüterin Leni Hagenlocher und ihrer Defensive machte es dem TSV schwer, zum Torerfolg zu kommen. „Das war in Ordnung, wir haben nicht viel zugelassen“, lobte der HSG-Coach. Die Probleme am gegnerischen Kreis ließen es aber nicht zu, dass sich die Gäste absetzen konnten. Zur Pause stand es 11:11. „Zu diesem Zeitpunkt ein gerechter Zwischenstand“, wie Mischa Herok bestätigte.
Seine Hoffnungen, dass sich der Auftritt seiner Mannschaft im zweiten Durchgang bessern würde, erfüllten sich nicht – im Gegenteil sogar. Die HSG fand sich nach 43 Minuten mit 15:18 in Rückstand wieder. Köngens erst vor wenigen Wochen verpflichtete Spielmacherin Benitta Quattlender bekamen die Bösis nicht in den Griff. Die ehemalige Nürtinger Zweitligaspielerin überzeugte nicht nur mit drei Toren sondern mehr noch mit vielen guten Vorlagen. „Benitta ist eine klasse Spielerin“, lobte Mischa Herok.
Pech mit dem Pfosten
Als Gemeinschaft brachten aber trotzdem die Gäste mehr Qualität auf den Platz und waren in der 48. Minute bei 18:18 zurück im Spiel. Vor allem Janina Schandl konnte auf Rechtsaußen schalten und walten wie sie wollte. Eine Führung wollte der HSG aber trotzdem nicht mehr gelingen. Auch dann nicht, als die Gäste eine Minute vor der Schlusssirene bei 24:24 den Ball bekamen und auch noch in Überzahl agierten. „Das war dann einfach nur Pech“, trauerte Mischa Herok dem Pfostentreffer von Janina Schandl hinterher.
Köngen kam 25 Sekunden vor dem Spielende selbst noch einmal in Ballbesitz, dann aber nicht mehr zu einem kontrollierten Abschluss. „Das ist ein Rückschlag im Titelkampf, aber im Rennen um Relegationsrang zwei bleiben wir dabei“, wusste der HSG-Coach das Remis richtig einzuordnen. Etwas Positives brachte das 24:24-Unentschieden dann doch noch hervor: die erfolgreiche Rückkehr von Kira Stoll nach absolviertem Auslandssemester. „Ein tolles Saisondebüt von Kira, das macht Hoffnung auf mehr.“
HSG Böblingen/Sindelfingen: Hagenlocher, Kilper (beide im Tor); Svenja Hille (3 Tore), Mayer, Heiser (3/davon 2 Siebenmeter), Terbeck, Münch (1), Stoll (3), Pauline Hille (1), Stauder, Lena Zeller (1/1), Schandl (9), Matziol (3/1)
Bild: Janina Schandl war neun Mal erfolgreich für die HSG.
Bild: photostampe
Quelle: Sindelfinger Zeitung/ Böblinger Zeitung online