Schwimmen: Beim ISSC des VfL Sindelfingen sind auch Olympia-Teilnehmer von Paris dabei

Große Show mit Lichteffekten

Die 50-Meter-Bahn im Sindelfinger Badezentrum lockt Vereine aus ganz Süddeutschland und dem benachbarten Ausland.

Bereits zum dreißigsten Mal lud die Schwimmabteilung des VfL Sindelfingen zu den International Sindelfingen Swimming Championships ins Badezentrum ein. Die Veranstaltung ist im Süden sehr beliebt, da es nur noch wenige Schwimmstätten mit einer 50-Meter-Bahn gibt. Die Teilnahme an Wettkämpfen in einem solchen Becken ist gerade für Nachwuchstalente die Chance, Erfahrungen für Wettkämpfe auf nationaler und internationaler Ebene zu sammeln.

Zu den Gästen gehörte auch Oberbürgermeister Markus Kleemann, der erstmals den ISSC besuchte und dabei das Badezentrum unter Volllast bei einem Wettbewerb erlebte. Er zeigte sich beeindruckt vom Engagement und der Durchführung der Veranstaltung.

Reiner Schneider ist seinen Rekord los

Sportlich steht der ISSC für schnelle Zeiten mit seinen Veranstaltungsrekorden, international teilnehmenden Vereinen, einer guten Organisation, Helferbereitschaft und mit guter Unterhaltung mit Show und Licht. Die Show mit Einmarsch durch ein Tor mit Lichteffekten sei gerade für die jüngeren Teilnehmer ein besonderer Motivationsschub, so Organisator Lukas Bruhn.

Sportlich sorgte am Samstag besonders Subäjr Biltaev (Jahrgang 2007, SV Cannstatt) für Aufsehen. Der Brustspezialist stellte über 100 Meter Brust einen neuen Veranstaltungsrekord auf. Bereits im Vorlauf unterbot er die seit 2004 bestehende Bestmarke von Reiner Schneider (VfL Sindelfingen, 1:01,98 Minuten) und steigerte sich im Finale nochmals auf 1:01,28 Minuten. Mit einem Vorsprung von fast drei Sekunden gewann Biltaev souverän das Finale der Herren (Jahrgänge 2010 und älter) vor Finn Wäckerlin (SC Winterthur) und seinem Vereinskollegen Simon Schumacher.

Biltaev zählt seit einiger Zeit zu den stärksten Nachwuchs-Brustschwimmern Deutschlands. Bei den Junioren-Europameisterschaften 2024 stellte er über 100 Meter Brust einen deutschen Altersklassenrekord (AK17) in 1:01,14 Minuten auf und belegte den vierten Platz. Zudem wurde er 2024 Deutscher Meister über diese Strecke.

Neben den zahlreichen Vorläufen und Finalläufen sorgten auch in diesem Jahr besondere Wettkampfformate wie die Arena-Mystery-Lagen und die spektakulären Finalshows mit Licht- und Soundtechnik für Begeisterung bei Sportlern und Zuschauern.

Bei den Arena-Mystery-Lagen wird die Reihenfolge der einzelnen Schwimmstile für jeden Teilnehmer ausgelost. Das erfordert einiges Hirnschmalz und Flexibilität von den Sportlern. Wenn auf der Nachbarbahn Schmetterling geschwommen wird und man selbst gerade krault, muss man aufpassen, dass man nicht aus dem Takt kommt.

Am Sonntag startete unter anderem auch Samyar Abdoli (Jahrgang 2002) von der SSG Saar Max Ritter über 50 Meter Freistil. Der iranische Nationalschwimmer, der 2024 bei den Olympischen Spielen in Paris über 100 Meter Freistil startete, hält mehrere nationale Rekorde seines Heimatlandes – darunter den iranischen Rekord über 50 Meter Freistil mit 22,41 Sekunden. Beim Cut-Off-Rennen hatte er mit 24,60 Sekunden am Ende vor Alexander Altergott (Jahrgang 2007, 25,39 Sekunden) vom SV Cannstatt die Nase vorn.

Gerade bei den Cut-Off-Rennen ist besonderes Stehvermögen gefragt, weil sehr schnell hintereinander auf der 50-Meter-Strecke geschwommen wird. „Wir fangen mit acht Teilnehmern an, dann fallen die zwei Schwimmer mit der längsten Zeit raus und so geht es dann immer weiter, bis zum Schluss zwei den Sieg untereinander austragen“, erklärt Abteilungsleiterin Stephanie Saillet.

VfL-Abteilungsleiterin Stephanie Saillet würdigte das große Engagement hinter den Kulissen: „Ein Event dieser Größenordnung wäre ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer nicht möglich. Mein besonderer Dank gilt den Leitern unseres Organisationsteams, Lukas Bruhn und Lars Durst, die in den vergangenen Wochen in zahlreichen Nachtschichten die gesamte Veranstaltung vorbereitet, die Technik im Badezentrum aufgebaut und den Ablauf am Wettkampfwochenende hervorragend begleitet haben.“

In Bezug auf die aktuellen Diskussionen zum Badezentrum machte Stephanie Saillet stellvertretend für die Schwimmabteilung deutlich, dass ein 50-Meter-Becken gemäß den Richtlinien des Deutschen Schwimm-Verbands (DSV) von zentraler Bedeutung ist. Denn es ist die grundlegende Voraussetzung für die Durchführung überregionaler, nationaler und internationaler Schwimmwettkämpfe und -veranstaltungen. Zugleich bietet es eine hohe Attraktivität für Schwimmsportinteressierte aller Alters- und Leistungsklassen und bildet gemeinsam mit dem 50-Meter-Becken im Freibad ein überregionales Alleinstellungsmerkmal für die Sportstadt Sindelfingen.

 

 

Bild: Kerzengerade ins Wasser. Der VfL Sindelfingen trifft mit einem ISSC seit 30 Jahren den Nerv der Schwimmvereine.

Bild: Nüßle

Quelle: Sindelfinger Zeitung/ Böblinger Zeitung online