Das Team von Trainer Mischa Herok spielt in Bargau noch 34:34.
Die Handballerinnen der HSG Böblingen/Sindelfingen haben Nehmerqualitäten bewiesen. Trotz eines zwischenzeitlichen Neun-Tore-Rückstands im Verfolgerduell bei der HSG Bargau/Bettringen gab sich das Team von Mischa Herok nicht auf und holte am Ende beim 34:34 einen zwischenzeitlich nicht mehr für möglich gehaltenen Zähler. „Kompliment an meine Spielerinnen, die nie aufgegeben und sich das Unentschieden absolut verdient haben“, sprach der Bösi-Trainer von einem „gewonnenen Punkt“.
Nach solidem Start und einem 4:5-Rückstand nach zehn Minuten ging bei den Gästen in den folgenden acht Minuten gar nichts mehr zusammen. Als Lea Maziol schließlich den fünften Treffer für ihre Mannschaft erzielte, war Bargau Bettringen bereits auf 13 enteilt. „Wir haben in dieser Phase unglaublich viele falsche Entscheidungen getroffen und haben einen Konter nach dem anderen kassiert“, kam Mischa Herok zeitweise nicht aus dem Kopfschütteln heraus.
Die Bösis fingen sich danach ein wenig und konnten das Spiel wieder deutlich ausgeglichener gestalten. Als die Pausensirene ertönte, prangte dennoch ein komfortables 18:12 für Bargau/Bettringen auf der Anzeigetafel der Fein-Halle.
In dieser Hinsicht besserten sich seine Schützlinge nach Wiederanpfiff, allerdings hakte es in den ersten Minuten in der Offensive. „Wir treffen zwei Mal den Pfosten und scheitern an der zweitligaerfahrenen Laura Waldenmaier im Bargauer Tor“, haderte Mischa Herok, bemerkte in dieser Phase aber auch, dass die Gastgeberinnen bereits im roten Bereich angekommen waren.
In der 38. Minute bei 14:23 mit neun Toren hinten, fünf Minuten später bei 18:26 immer noch mit acht Toren im Hintertreffen, begann sich das Blatt schließlich zu wenden. Weitere drei Minuten später waren die Bösis auf 22:27 dran und waren fortan nicht mehr zu halten. Tor um Tor schrumpfte der Rückstand, weil vor allem Lena Zeller, Kira Stoll und die überragende Julia Stauder heiß liefen. Als Lena Zeller sechs Minuten vor dem Spielende der 31:31-Ausgleich gelang und 47 Sekunden vor der Sirene sogar die 34:33-Führung, schnupperten die Gäste sogar am Sieg.
Der Ausgleichstreffer von Maya Hartmann zum 34:34 ließ den Bösis nach einer Auszeit noch 18 Sekunden, um den Siegtreffer zu erzielen. Der sollte der Herok-Sieben aber nicht mehr gelingen.
HSG Böblingen/Sindelfingen: Hagenlocher, Kilper (beide im Tor); Golasch, Svenja Hille (2 Tore), Mayer, Terbeck (2), Julia Zeller (2), Münch, Stoll (5), Pauline Hille (1), Stauder (8), Lena Zeller (8/davon 4 Siebenmeter), Schandl (4), Matziol (2)
Bild: Nichts für schwache Nerven: Trainer Mischa Herok ging in der Partie bei der HSG Bargau/Bettringen durch ein Wechselbad der Gefühle.
Bild: photostampe
Quelle: Sindelfinger Zeitung/ Böblinger Zeitung online