Michael Fangerow sicher beim Siebenmeter
Ein taktischer Schachzug von Trainer Marco Cece bringt die Gastgeber in der Murkenbachhalle auf die Siegerstraße.
Mit 16:2 Punkten nach der Winterpause im Gepäck kamen die SF Schwaikheim, vor Selbstvertrauen nur so strotzend, in die Böblinger Murkenbachhalle. Während die Sportfreunde in der Hinrunde noch wie ein sicherer Absteiger ausgesehen hatten, agierte das Team von David Wilhelmi seit Jahresbeginn wie ein Spitzenteam. Lediglich der designierte Meister TSV Alfdorf/Lorch/Waldhausen glänzt in 2026 mit einer besseren Bilanz. Trotzdem war für die Schwaikheimer im Duell bei der HSG Böblingen/Sindelfingen nichts zu holen. Die Mannschaft von Marco Cece gewann mit 30:28.
„Wenn meine Jungs, und zwar alle, Lust haben, dann können wir jedem Gegner gefährlich werden“, ahnte der HSG-Coach bereits kurz vor dem Anpfiff, dass genau dieser Fall eintreten würde. „Das Warmmachen hat mir gefallen, deshalb war ich guter Dinge, dass wir den Schwaikheimern Paroli bieten könnten.“ Dass seine Mannen letztlich sogar einen Start-Ziel-Sieg einfahren würden, das hatte auch Marco Cece so nicht auf der Rechnung.
Leichte Probleme offenbarten die Hausherren zu Beginn lediglich mit der gegnerischen 5:1-Abwehr. Vito Cece hatte dafür aber eine schnelle und unkonventionelle Lösung parat. Der Kreisläufer rückte als vierter Rückraumspieler nach hinten, wodurch die Stärke der Schwaikheimer bloßgestellt wurde. „Der vorgezogene gegnerische Spieler hatte damit keinen mittleren Mann mehr, den er attackieren konnte“, freute sich der Co-Trainer der Bösis über die gelungene Maßnahme.
Daniel Meyer hält viele Bälle
Denn aus einem 4:4 nach sieben Minuten machten die Hausherren bis zur 24. Minute eine 13:7-Führung. Maßgeblichen Anteil daran hatte auch Daniel Meyer. Der Torwartroutinier, erst kürzlich aus der zweiten Mannschaft hochgezogen, parierte etliche Würfe der Gäste. Dass er anstatt Fabian Rothsching startete und auch komplett durchspielte, war den Trainingsleistungen geschuldet. „Dani war die gesamte Woche über richtig gut drauf, deshalb haben wir ihn einfach spielen lassen“, erklärte Marco Cece.
Schwaikheim ließ sich trotzdem noch nicht abschütteln. Zur Pause lagen die Bösis mit 16:13 vorne, ehe nach Wiederanpfiff dieser Vorsprung regelmäßig schrumpfte, in der 38. Minute auf 20:19, dann aber auch wieder anwuchs, so in der 48. Minute bei 25:21. „Wir haben immer dann, wenn es eng wurde, die richtigen Hebel betätigt. Ob Dominic Rose, der zwar auch viele einfache Fehler fabrizierte, dann aber auch mit Ballgewinnen, Vorlagen und Toren glänzte. Oder Michael Fangerow, der hin und wieder überdrehte, aber alle seine sieben Strafwürfe verwandelte und auch ansonsten Verantwortung übernahm. Oder auch der Mittelblock mit Lowis Englert und Mikko Frommer, der keinen Zweikampf und auch keine Schmerzen scheute.
Der gesamte Auftritt der Bösis wirkte harmonisch, so dass der 30:28-Sieg letztlich, wenn auch knapp, absolut verdient war. „Zur Belohnung gibt es am Dienstag trainingsfrei“, kündigten Marco und Vito Cece gleich nach dem Spiel mit breitem Grinsen an. Das wiederum hat weniger mit dem Sieg gegen Schwaikheim zu tun, als mehr mit dem entscheidenden Qualifikationsspiel der italienischen Fußball-Nationalmannschaft in Bosnien. „Wir Italiener müssen alle Kräfte bündeln. Es darf nicht sein, dass wir die dritte Weltmeisterschaft in Folge verpassen.“
HSG Böblingen/Sindelfingen: Meyer, Rothsching (beide im Tor); Fangerow (11 Tore/davon 7 Siebenmeter), Gatzweiler, Englert (2), Marian Heinkele (6), Mikko Frommer, Negler, Todt (2), Bock (2), Rose (7), Neuberger, Dörner
Bild: Die Handballer der HSG Böblingen/Sindelfingen feiern ihren 30:28-Heimerfolg gegen Schweikheim.
Bild: photostampe
Quelle: Sindelfinger Zeitung/ Böblinger Zeitung online