Mitte der 1990er stand die Zukunft der Kegelsportanlage auf der Kippe. Mit der Übernahme in Eigenregie begann für die Sindelfinger Kegler ein Kraftakt, der bis heute vom Einsatz der Mitglieder lebt.
1994 hatte das Sport- und Bäderamt keine guten Nachrichten für die Sindelfinger Kegler: Die Kosten für Pflege und Instandhaltung der Anlage seien für die Stadt nicht mehr tragbar. Zudem standen bereits mehrere Reparaturen an, die unter diesen Bedingungen nicht mehr durchgeführt werden konnten. Dem Verein wurde vorgeschlagen, die Anlage zu übernehmen und in Eigenregie weiterzuführen. Das kam unerwartet. „Das hat uns recht überrascht, denn damit konnte keiner von uns rechnen“, sagt Abteilungsleiter Stevan Fuks. Viel Zeit für eine Entscheidung blieb nicht.
Damit war der Weg für eine Nutzungsvereinbarung frei, die seit dem 1. Januar 1995 gilt. Von diesem Zeitpunkt an übernahm der Verein sämtliche Kosten für Unterhaltung, Reinigung, Wartung und Reparaturen der Anlage. Wichtig war dabei, dass die Stadt einen Zuschuss gewährte. Eine nahezu gleich hohe Summe kam zusätzlich durch Spenden der Mitglieder zusammen. Damit konnten die ersten Renovierungen beginnen.
Einige Beispiele
Von Beginn an war ein hohes Maß an Eigenleistung erforderlich. In den Jahren danach folgten zahlreiche, teils größere Umbauten. Dazu zählen die Erneuerung der Stellautomaten, die komplette Modernisierung von Deckenverkleidung und Beleuchtung, die Sanierung der Sanitäranlagen, die Überbauung der Laufflächen mit Pertinax-Platten sowie die Aktualisierung von Kegelbildanzeige und PC-Steuerung. „Das sind nur einige Beispiele, bei weitem nicht alle Maßnahmen, die hier in den vergangenen Jahren umgesetzt wurden“, sagt Stevan Fuks.
Abteilungsleiter Stevan Fuks zeigt 2024 auf ein Loch in der Decke.
Bild: Holzapfel
Möglich waren diese Projekte vor allem durch die Bereitschaft der Mitglieder, sich aktiv einzubringen. Daran habe sich bis heute nichts geändert. Auch im Jahr 2026 funktioniere die Arbeit an der Anlage nur gemeinschaftlich, betont Stevan Fuks: „Auch heute geht es nur miteinander.“ Selbst wenn nicht ständig größere Projekte anstehend, gibt es fortlaufend genug zu tun.
30 Stunden jede Woche
Seit Beginn machen alle mit bei der wöchentlichen Pflege der Anlage. Jedes Mitglied einer Mannschaft hat sich verpflichtet, seinen Anteil zu leisten. Über die Jahre hinweg sind so mehrere tausend Stunden unentgeltlicher Arbeit zusammengekommen. Noch heute stehen Woche für Woche rund 30 Stunden für Reinigung und Pflege an. Unvorhergesehene Störungen sind nicht eingerechnet.
Neben dem Arbeitseinsatz spielt auch das Vereinsleben eine wichtige Rolle. Ausflüge, Besenbesuche und ein gemeinsamer Jahresabschluss gehören ebenso dazu wie Feiern runder Geburtstage auf der Anlage. Eingeladen sind dabei nicht nur die Mitglieder, sondern auch deren Partnerinnen und Partner. Auch an Trainingsabenden sitzt man oft noch zusammen. Eine Kleinigkeit zum Vesper und ein Getränk stärken den Zusammenhalt. „All das ist nur möglich, wenn jedes Mitglied seinen Beitrag leistet“, sagt Stevan Fuks.
Bild: Ewald Schmidt und Wolfgang Mangler bringen die nach einem Wasserschaden angefaulte Wand wieder in Schuss. Bild: z
Bild: z
Quelle: Sindelfinger Zeitung/ Böblinger Zeitung online