Handball: Bösi-Frauen siegen im Verfolgerduell

Nach einer wilden Achterbahnfahrt ist die HSG Böblingen/Sindelfingen mit 34:31 gegen Denkendorf erfolgreich.

Während die SG H2Ku Herrenberg am drittletzten Spieltag die Oberliga-Meisterschaft und damit die sofortige Rückkehr in die Regionalliga klargemacht hat, haben sich die Handballerinnen der HSG Böblingen/Sindelfingen mit einem 34:31-Erfolg gegen den TSV Denkendorf in die Poleposition hinsichtlich des dritten Abschlussranges gebracht. „Wir haben durch den Sieg gegen Denkendorf wieder alles selbst in der Hand“, war Mischa Herok nach dem Auftritt seines Teams im Verfolgerduell zufrieden.

Wechselbad der Gefühle

In den 60 Minuten zuvor musste der HSG-Coach aber mehrmals durch ein Wechselbad der Gefühle waten. „Wir verfallen immer wieder in altbekannte Muster und verlieren dann die Kontrolle über das Geschehen“, fand Mischa Herok reichlich Ansätze für Kritik. Zumindest an den ersten 27 Minuten hatte er nichts auszusetzen. Vom Start weg spielten die Bösis dominant auf und lagen nach zehn Minuten bereits mit 8:4 vorne, kurz vor der Pause gar mit 18:12. „In der Abwehr waren wir sehr stark, Anne Kilper im Tor dahinter ebenfalls“, verteilte der HSG-Trainer reichlich Lob.

Sein Fazit des ersten Durchgangs wurde aber durch miese letzte drei Minuten getrübt. Denn die Denkendorferinnen verkürzten bis zur Pausensirene auf 15:18 und setzten ihre Aufholjagd auch nach dem Seitenwechsel erfolgreich fort. Sechs Minuten nach Wiederanpfiff gelang Luisa Rehkugler der 18:18-Ausgleich. „Wir bringen einen bereits am Boden liegenden Gegner ins Spiel zurück“, monierte Mischa Herok die bisweilen auftretende Ungeduld seiner Spielerinnen in der Offensive.

Dass die Bösis die Vorgaben ihres Trainer weit besser umzusetzen wissen, bewiesen sie in den Minuten danach. Bis zur 45. Minute lagen die Gastgeberinnen wieder komfortabel mit 25:20 vorne. Kira Stoll führte klug Regie, neben ihr überzeugten Svenja Hille sowie die einmal mehr stark aufspielende Julia Stauder. „Das sah ziemlich gut aus“, fand Mischa Herok wieder Gefallen am Auftritt seines Teams.

Sorgenfalten kehren zurück

Vier Minuten und etliche eklatante Fehler danach waren die Sorgenfalten zurück auf der Stirn des HSG-Coaches. Denn der TSV hatte das Blatt bis zur 49. Minute komplett gewendet und lag durch einen Treffer von Derya Baskaya mit 26:25 vorne. Die Achterbahnfahrt setzte sich auch danach fort. In der 54. Minute mit 30:27 vorne, lagen die Bösis drei Minuten später wieder mit 30:31 hinten. Mit einem allerletzten Kraftakt und Toren von Julia Zeller (2), Kira Stoll und Lena Zeller zogen die Gastgeberinnen das Spiel doch noch auf ihre Seite.

Nach Spielende gab sich dann auch Mischa Herok zufrieden – nicht ohne erneut die wiederkehrenden Unzulänglichkeiten seiner Mannschaft anzusprechen. „Wir machen uns das Leben mit spielerischen Pausen selber unnötig schwer, weil wir unsere Linie verlassen und teilweise auch unseren Kopf verlieren. Wir sind heute noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Zumindest die Moral in der Mannschaft stimmt.“

HSG Böblingen/Sindelfingen: Kilper, Hagenlocher (beide im Tor); Bohner, Golasch, Svenja Hille (6 Tore), Mayer, Terbeck (2), Julia Zeller (1), Münch (1), Stoll (4), Pauline Hille (3), Stauder (5), Lena Zeller (3/davon 1 Siebenmeter), Schandl (5), Matziol (4/2)

 

Bild: Janina Schandl erzielte beim 34:31-Sieg der HSG Böblingen/Sindelfingen gegen den TSV Denkendorf fünf Tore.

Bild: photostampe

Quelle: Sindelfinger Zeitung/ Böblinger Zeitung online