Mit einem starken 33:26 gegen den Oberliga-Absteiger gelingt den Bösis ein Auftakt nach Maß. Trainer Vito Cece ist von der Umsetzung seines Teams begeistert.
Während die Oberliga-Handballerinnen der HSG Böblingen/Sindelfingen die Massen nicht begeistern konnten, haben die Verbandsliga-Handballer die rund 550 Zuschauer in der Böblinger Murkenbachhalle am Samstagabend zur Verzückung gebracht. Mit einem ungefährdeten 33:26-Erfolg gegen den Nachbarn SG H2Ku Herrenberg startete das Team von Vito Cece in die Saison, was dem neuen HSG-Coach nach dem Schlusspfiff ein „Einfach nur wow!“ entlockte.
Vor dieser Runde hatte Vito Cece das Amt von seinem älteren Bruder Marco übernommen und sich seitdem bestimmt hin und wieder einen Derbyerfolg gegen die „große SG aus Herrenberg“ ausgemalt. Dass er mit seiner Mannschaft letztlich einen solch entspannten Start-Ziel-Sieg einfahren würde, hatte aber auch der HSG-Trainer nicht auf der Rechnung. „Mein Team hat mich mit dieser Leistung heute regelrecht umgehauen, mir fehlen ehrlich gesagt die Worte.“
Matchplan der HSG geht voll auf
Denn nicht die Höhe des Sieges war es, die Vito Cece den Glanz in die Augen trieb, sondern die Umsetzung seiner Vorgaben. „Unser Plan ist voll aufgegangen“, zeigte sich der Bösi-Coach begeistert. Herrenbergs Lukas Krebs hielten die Hausherren vom Start weg unter Kontrolle, sodass der gefährliche SG-Spielmacher die Partie ohne jeglichen Torerfolg beendete. Ähnliches gelang den Gästen bei Dominic Rose gar nicht. Der ehemalige Herrenberger Drittligaspieler schaltete und waltete nach Belieben und war der beste Spieler auf dem Platz.
Übertroffen wurde der HSG-Regisseur nur von Tobias Krems. Der vor der Saison aus Neuenbürg dazugestoßene Torhüter erlebte ein Traumdebüt – und wurde vom Großteil der Zuschauer nach Spielende besonders gefeiert. Selbst Herrenbergs Trainer Marco Melo erkannte im gegnerischen Torhüter den Matchwinner. „Wir haben uns viele Chancen herausgespielt, aber wir haben sie einfach nicht gemacht.“
Vor allem war Tobias Krems immer dann zur Stelle, wenn das Spiel zu kippen drohte. Nach einer Viertelstunde knapp mit 8:6 vorne, enteilte die HSG bis zur 23. Minute auf 15:8. Vier Treffer in Serie brachten aber wieder die Gäste auf Schlagdistanz, ehe die Seiten mit einer komfortablen 18:13-Führung der Bösis gewechselt wurden. Nur drei Minuten nach Wiederanpfiff war der Vorsprung der Hausherren beim 21:14 aber wieder auf sieben Tore angewachsen. Erneut hatte Tobias Krems entscheidenden Anteil daran.
Alle 16 Spieler kommen zum Einsatz
Das Erstaunliche war aber, dass das Herrenberger Torhüterduo Sebastian Rica-Kovac und Nicolas Rhotert nicht schlechter war als ihr Pendant auf der anderen Seite. „Wir hatten aber 21 Fehlwürfe und 10 technische Fehler“, monierte Marco Melo. „Wir haben 31 unserer Angriffe in den Sand gesetzt, somit war eine Wende gar nicht erst möglich.“ Beim 22:18 in der 43. Minute waren die Gäste noch halbwegs im Spiel, beim 29:22 von Mikko Frommer zehn Minuten später hingegen nicht mehr.
Der Rest war Schaulaufen aus Sicht der Bösis. Vito Cece brachte alle 16 Spieler zum Einsatz, die auch allesamt ihren Teil zum Gelingen beitrugen. Ob Matti Spitzl, der sich bei einer Abwehraktion den Daumen auskugelte, dessen älterer Bruder Finn, der mit seinen beiden abschließenden Toren den Deckel draufsetzte, oder auch der unbekümmerte Youngster Mattis Brantsch, der bei seinem Aktivendebüt drei Mal erfolgreich war – alle hinterließen bei Vito Cece nachhaltig Eindruck. Den Taktikliebhaber erfreute vor allem die Umsetzung seines Plans. „Wir wollten die rechte Angriffsseite des Gegners zumachen und vermehrt Würfe von der anderen Seite zulassen – und die hat Tobias im Tor dann fast alle weggemacht.“
Der Auftaktsieg gebe nun Selbstvertrauen für das folgende Duell beim Titelaspiranten TSV Altensteig. „Wir fahren da mit breiter Brust hin und können nach dem Erfolg gegen Herrenberg auch völlig befreit aufspielen“, zeigt sich Vito Cece froh, einen möglichen 0:4-Start in die Runde bereits verhindert zu haben. „Ich freue mich jetzt schon auf das Spiel in Altensteig.“
HSG Sindelfingen/Böblingen – SG H2KU Herrenberg 33:26
HSG Böblingen/Sindelfingen: Krems (1 Tor), Rothsching (beide im Tor); Grosser (1), Fangerow (1), Englert (6), Marian Heinkele (2), Mikko Frommer (3), Finn Spitzl (2), Tim Negler (1), Todt (1), Brantsch (3), Gatzweiler (2), Rose (7/davon 2 Siebenmeter), Neuberger (2), Möller (1), Matti Spitzl
SG H2Ku Herrenberg: Rica-Kovac, Rhotert (beide im Tor); Alexander Kohler (4), Kälbly (1), Lohrer (3/2), Engau (3), Fischer (3), Finn Böhm (5/1), Bietsch, Tim Frommer (2), Jacobs (3), Kretschmann, Krebs, Bross (2), Lewe
Bild: HSG-Neuzugang Tobias Krems hielt zwei Siebenmeter und zeigte teilweise sensationelle Paraden gegen die Schützen der Gäste.
Bild: photostampe
Quelle: Sindelfinger Zeitung/ Böblinger Zeitung online