Bei der Spvgg Mössingen unterliegt Verbandsligist HSG Böblingen/Sindelfingen nach hart umkämpften 60 Minuten im Spitzenspiel mit 30:33 Toren.
Rückschlag für die Verbandsliga-Handballer der HSG Böblingen/Sindelfingen: Als Tabellenführer gastierte das Team von Vito Cece zum Spitzenduell bei der Spvgg Mössingen, mit der ersten Saisonniederlage im Gepäck trat es nach 60 umkämpften Minuten die Heimreise an. „Dieses Spiel dürfen wir nie und nimmer verlieren“, war der HSG-Trainer nach dem Schlusspfiff enttäuscht. „Das ist umso bitterer, da wir uns heute genau genommen selbst geschlagen haben.“
Schwacher Beginn
Die Truppe von Vito Cece strotzte nach zuvor 9:1 Punkten beim Warmmachen vor Selbstvertrauen, startete dann aber mit leicht angezogener Handbremse in das Duell und fand sich nach acht Minuten mit 2:5 im Hintertreffen wieder. „Wir haben von Beginn an vorne viel liegen lassen und haben uns regelrecht in die Partie gekämpft“, befand der HSG-Coach, der sechs Minuten später nach einem Treffer von Lowis Englert eine 7:6-Führung bejubeln durfte.
Die Stimmung in der Mössinger Steinlachhalle war schon vom Anpfiff weg aufgeheizt. Dazu trugen auch insgesamt drei Zeitstrafen nach einer guten Viertelstunde gegen die Hausherren bei, die die Bösis zunächst zu nutzen wussten. Als Lowis Englert nach 22 Minuten auf 10:8 aus Sicht der Gäste erhöhte, schien das Momentum zu kippen. Als das Schiedsrichtergespann acht Minuten später aber zur Pause pfiff, lag die HSG mit 11:16 in Rückstand. „Wir sind nicht mehr richtig zurückgelaufen und haben mit jedem Gegentreffer mehr die Köpfe hängen lassen“, ärgerte sich Vito Cece.
Wieder auf Tuchfühlung
In der Kabine nahm er sich seine Schützlinge dann zur Brust und erinnerte diese daran, dass „uns kein Gegner mehr etwas schenken werde. Wir haben uns in den Kreis der Titelanwärter gespielt, dann muss man aber auch genauso auftreten. Diese Rolle haben wir aber nicht angenommen.“ In dieser Hinsicht besserte sich der Auftritt der Gäste. Bis zur 40. Minute mit 17:22 in Rückstand, brachte ein 4:0-Lauf in den nächsten drei Minuten die Bösis wieder auf Tuchfühlung heran.
Dann aber drohten sich die Ereignisse zu überschlagen. Eine Rote Karte gegen Paul Rath in der 46. Minute, die nach einer zusätzlichen Beleidigung gegen die Schiedsrichter noch eine Blaue Karte samt Sperre für das nächste Spiel nach sich zog, brachte das Heimpublikum vollends auf die Palme. Erstaunlicherweise setzte die Hinausstellung des Mössingers bei dessen Mitspielern neue Kräfte frei. Zwar gelang es den Bösis durch Frederik Todt in der 54. Minute zum 27:27 auszugleichen. „Aber der Führungstreffer wollte uns einfach nicht gelingen“, trauerte Vito Cece weiterhin verpassten Abschlusschancen nach.
Hoffnung keimt auf
Als erneut Spielmacher Frederik Todt drei Minuten vor dem Spielende auf 29:30 verkürzte, keimte bei den Gästen noch einmal Hoffnung auf. Drei schnelle Tore der Mössinger sorgten dann aber für die Entscheidung. Der letzte Treffer von Lowis Englert zum 30:33 aus HSG-Sicht war nur noch Ergebniskosmetik. „Wir haben am Ende aufgemacht und offensiv gedeckt, es sollte aber nicht mehr sein“, sagte Vito Cece.
Im Nachgang führte der Bösi-Coach seinen Spielern noch einmal vor Augen, dass man, „um ein Spitzenteam zu sein, auch als solches auftreten müsse. Man gewinnt Spiele nicht vor dem Anpfiff, das muss uns ein für alle Mal eine Lehre sein. Heute sind wir traurig, am Montag richten wir unseren Fokus auf das Heimspiel gegen Betzingen.“
HSG Böblingen/Sindelfingen: Krems, Rothsching (beide im Tor); Fangerow (2 Tore/davon 2 Siebenmeter), Stricker, Englert (8), Marian Heinkele (3), Mikko Frommer (2), Finn Spitzl (1), Tim Negler (1), Todt (5), Gatzweiler, Rose (1), Neuberger (3), Brantsch (4), Matti Spitzl, Möller.
Bild: Auch die acht Tore von Lowis Englert (mit Ball) konnten die 30:33-Niederlage der HSG Böblingen/Sindelfingen nicht verhindern.
Bild: Stampe
Quelle: Sindelfinger Zeitung/ Böblinger Zeitung online