Leichtathletik: Ein Sindelfinger Trio trainiert in Südafrika für die neue Leichtathletik-Saison

Die anderen VfL-Asse sind in Europa unterwegs

In 2000 Meter Höhe finden Katja Bäuerle, Kurt Lauer und Velten Schneider optimale Bedingungen fürs Ausdauertraining.

Traditionell über ganz Südeuropa verstreut sind die Leichtathleten des VfL Sindelfingen über Ostern in ihren Trainingslagern. Aber auch im US-Bundesstaat Colorado und in Südafrika bereiten sich die Blau-Weißen auf die bevorstehende Freiluftsaison vor.

Gleich vier Wochen verbringt Velten Schneider in Dullstroom. Der südafrikanische Ort liegt auf rund zweitausend Meter Höhe, der Hindernisläufer hofft also erneut auf den positiven Effekt des Höhentrainings. Mit dabei sind Disziplinkollege Kurt Lauer und Neu-Sindelfingerin Katja Bäuerle. „Wir trainieren zusammen im Trainingslager des Deutschen Leichtathletikverbandes mit vielen weiteren Athleten. Bei mir läuft es bisher sehr gut. Wir machen sehr viel Umfang mit rund 160 Kilometern pro Woche. Viel Schwellentraining, viel Grundlagentraining, aber auch schon erste Hinderniseinheiten“, erzählt Velten Schneider. Gelaufen wird auf Schotterstraßen im südafrikanischen Hochland. „Wir gehen aber auch immer wieder auf eine Grasbahn, das ist auch eine Erfahrung für sich. Die Infrastruktur ist natürlich lange nicht so gut wie in Sindelfingen, aber wir profitieren vom guten Klima und der Höhe und den vielen leistungsstarken Athleten“, sagt Schneider.

Gemeinsames Kaffeetrinken als Tageshöhepunkt

Direkt nach den Studenten-Weltmeisterschaften ging es für Katja Bäuerle nach Dullstroom. „Ich war noch nie in Südafrika und so hoch habe ich auch noch nie trainiert. Es ist eine sehr coole Erfahrung.“ Sie konzentriert sich auf das Grundlagentraining, um für die anstehende Saison eine gute Ausdauer aufzubauen. „Das Training läuft sehr, sehr gut und es macht auch super Spaß. Aber es ist hier sehr hügelig, jeder Lauf ist also nochmal anstrengender“, erzählt Bäuerle. Viel von Südafrika sieht die Sindelfingerin indes nicht. „Der Fokus liegt hier auf dem Training, das Highlight ist hier eher das gemeinsame Kaffeetrinken oder Abendessen und wir haben uns hier schon Wasserfälle angeschaut.“

Jessica-Bianca Wessolly hat sich in diesem Jahr für ein Trainingslager in Monte Gordo entschieden. Es ist das erste Mal Portugal für die VfL-Sprinterin, die sonst eher die Kanaren vorzieht. Die angehende Lehrerin muss die zweiwöchigen Schulferien nutzen, um sich auf die Saison vorzubereiten. „Hier ist top Wetter, da haben wir wirklich Glück. Die Trainingsstätten sind super, acht Rundbahnen, direkt ein Kraftraum und auch noch eine Indoor-Bahn“, schwärmt die 200-Meter-Sprinterin. „Im Training geht es gerade darum, noch ein bisschen Kraft zu entwickeln und sonst vor allem die Schnelligkeit und das geht natürlich bei 25 Grad und gutem Wind sehr leicht“, so Wessolly. Ihr Hotel liegt direkt am Strand und Wessolly genießt in der trainingsfreien Zeit die Ruhe am Meer.

Die VfL-Mittelstreckler sind wie immer zahlreich im italienischen Cervia anzutreffen. So auch Dominik Wiedenmann, der in der Gruppe um Trainer Bastian Franz anstrengende Tage an der Mittelmeerküste verbringt. Wiedenmann ist zum dritten Mal dabei und fokussiert sich in seinen zwei Wochen Schulferien auf Dauerläufe, Sprints- und Tempoeinheiten. „Das Training läuft sehr gut und ich fühle mich ganz wohl. Hier sind sehr viele Läufer, insbesondere aus Süddeutschland“, so Wiedenmann, für den die gemeinsamen Trainingseinheiten ein Highlight sind. „Am Ostersonntag ist hier ein Longrun, wo sich alle Läufergruppen insbesondere aus Baden-Württemberg und Bayern treffen und zusammen laufen.“

Ebenfalls in Cervia trainiert aktuell 800-Meter-Ass Nathalie Schmidt. Gleich elf Athleten ist die Nachwuchs-Trainingsgruppe von Olaf Labrenz stark. „Ich mag die Zeit mit der Trainingsgruppe außerhalb des Trainings und es ist schön, mal woanders zu trainieren. Dadurch hat man auch mehr Motivation für die kommende Saison“, so die Schülerin. „Meistens trainieren wir Ausdauer, aber auch mal Kraft und Schnelligkeit“, gestaltet sich auch das Training abwechslungsreich.

800-Meter-Läufer Johannes Hein ist bis nach Pueblo, Colorado, gereist, gemeinsam mit einem Trainingskameraden besuchen sie dort einen Freund und nutzen die Gelegenheit für ein mehrwöchiges Trainingslager unter guten Bedingungen. „Anfangs machen wir mit unserem grundlagen- und ausdauerorientierten Training weiter und fangen dann gegen Ende mit etwas spezifischeren Einheiten an“, plant Hein. Gegen Ende der Hallensaison hatte er mit Rückenbeschwerden zu kämpfen, kann aber inzwischen wieder voll trainieren.

Der Deutsche Vizehallenmeister über die 200 Meter Dmitrij Krom ist ebenfalls viel unterwegs. Zuerst verbrachte er eine Woche mit dem Bundeskader Sprung in Alicante in Spanien, dann ging es weiter nach Teneriffa, um mit Trainer Sebastian Marcard an der Schnelligkeit zu arbeiten. „Wir trainieren hier viel Koordination, danach Sprünge, dann mal größere Sprünge und ein bisschen Sprint“, sagt Krom, der mit erheblichem Muskelkater zu kämpfen hatte. Umso wichtiger die Ablenkung abseits des Trainings. „Wir haben Alicante besucht und auch den Strand, aber das Meer war sehr, sehr kalt.“

 

Bild: Die Sindelfinger Kurt Lauer, Katja Bäuerle und Velten Schneider (von links) bei einer Trainingspause in Südafrika.

Bild: Schüttke

Quelle: Sindelfinger Zeitung/ Böblinger Zeitung online