In der Serie der SZ/BZ über den gesellschaftlichen Mehrwert des Sports geht es diesmal um ein Thema, das viele andere Bereiche überragt: Gesundheit.
Ein Beispiel dafür ist die Rehawelt des VfL Sindelfingen mit mehr als 1500 Teilnehmern in über 80 Kursen pro Woche.
„Sport und Bewegung bereiten Freude und machen glücklich“, sagt Linda Dunkel, Leiterin der Rehawelt. Zugleich gehe es um weit mehr als um körperliche Fitness. Bewegung sorge für „Begeisterung und Motivation“, könne „Lebensmut schenken“, die Gesundheit verbessern und das Miteinander stärken.
Das Angebot des Vereins richtet sich an Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen im Alltag eingeschränkt sind. Ihnen soll durch körperliche und geistige Aktivität geholfen werden, „Mut zu fassen“, sagt Linda Dunkel. Ziel sei es, dass sie „am gesellschaftlichen Leben wieder bestmöglich teilnehmen können“.
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Die Rehawelt setzt auf ein breit aufgestelltes Konzept. Dazu gehören Kurse für unterschiedliche Krankheitsbilder, individuelle Beratungen, sporttherapeutische Betreuung und gesundheitsorientiertes Training unter Anleitung ausgebildeter Kursleiterinnen und Kursleiter. Betreut werden nach Vereinsangaben Patientinnen und Patienten aus den Bereichen Orthopädie, Innere Medizin, Onkologie und Neurologie.
Gezielt auf Beschwerden
Um gezielt auf Beschwerden eingehen zu können, ist das Portfolio weiter aufgefächert. Es gibt unter anderem Kurse für Rücken, Hüfte, Knie, Lunge, Herz oder für Menschen nach einem Schlaganfall. So sollen Sport und Übungen möglichst genau auf die jeweilige Situation der Teilnehmerinnen und Teilnehmer abgestimmt werden.
Eine wichtige Rolle spielt nach Angaben des Vereins außerdem die Gemeinschaft. Menschen mit ähnlichen Beschwerden kommen miteinander in Kontakt, tauschen Erfahrungen aus und unterstützen sich gegenseitig. Wer betroffen ist, fühlt sich dadurch oft weniger allein. Linda Dunkel formuliert den Anspruch des Angebots so: „Ziel ist es, dass allen der Zugang zu qualitativ wertvollen Sportangeboten in einer Atmosphäre zum Wohlfühlen ermöglicht wird.“
Mögliche Folgen
Aus Sicht des Vereins hätte eine Kürzung der Sportförderung weitreichende Folgen. Betroffen wären nicht nur der laufende Betrieb, sondern auch Personal, Ausstattung und Kursangebot. Weniger Mittel könnten bedeuten, dass Hallenmieten, Geräte, Ausrüstung und Kursleitungen schwerer zu finanzieren sind. Auch eine finanzielle Eigenbeteiligung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer könnte dann stärker in den Blick rücken.
Nach Einschätzung des Vereins würde sich ein solcher Einschnitt nicht auf den Sport allein beschränken. Wenn Gruppen reduziert, Angebote gestrichen und Trainingsbedingungen verschlechtert werden, habe das auch Auswirkungen auf das soziale Leben vor Ort. Denn Sportvereine übernehmen nach dieser Sichtweise nicht nur Aufgaben in Training und Bewegung, sondern auch in Gesundheitsförderung, Integration und Gemeinschaft.
Bild: Das Training stärkt Geist und Körper.
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Quelle: Sindelfinger Zeitung/ Böblinger Zeitung online