Handball: Stehende Ovationen nach reichlich Schmerzen

Die Verbandsliga-Handballer der HSG Böblingen/Sindelfingen ringen die TG Schömberg in der Sommerhofenhalle mit 33:31 nieder.

Dank ihres unbändigen Willens haben die Verbandsliga-Handballer der HSG Böblingen/Sindelfingen eine fast schon verloren geglaubte Partie gegen die TG Schömberg noch gewonnen. Mitte der zweiten Halbzeit bereits mit fünf Toren in Rückstand wendete die Mannschaft von Marco und Vito Cece noch das Blatt und siegte am Ende mit 33:31. Lohn der Mühen waren minutenlange Ovationen der rund 450 Zuschauer in der Sindelfinger Sommerhofenhalle.

Auf „reichlich Schmerzen“ hatte das HSG-Trainerduo seine Schützlinge im Hinblick auf das Duell gegen die TG Schömberg vorbereitet und genau die bekamen die Bösis in den 60 umkämpften Minuten auch verabreicht. Die beiden Schömberger Kraftpakete Tobias Kirschbaum und Jonas Lösch legten ihr komplettes Gewicht in jeden ihrer Angriffsversuche und sorgten in schöner Regelmäßigkeit dafür, dass sich die HSG-Akteure krümmend am Boden wanden.

Probleme mit harter Gangart

Zu Beginn der Partie bereitete die harte Gangart der Gäste den Bösis sichtlich Probleme. Bis zum 7:7 in der 15. Minute noch auf Augenhöhe, fanden sich die Hausherren nur drei Minuten danach bereits mit 7:11 im Hintertreffen wieder. Eine Auszeit beruhigte das Geschehen etwas, am 16:19-Pausenrückstand war dennoch nicht zu rütteln. „Das war keine gute Halbzeit“, monierte Marco Cece immer wieder erzwungene Anspiele an den Kreis, die aber leichte Beute der Gäste wurden.

Verloren war aber noch lange nichts – auch wenn die Gäste nach Wiederanpfiff weiterhin erfolgreich ihren körperlichen Stiefel herunterspielten und nach 44 Minuten mit 27:22 in Führung lagen. Von Nervosität war auf der Seite der Bösis aber trotzdem nichts zu spüren. „Wir wissen mittlerweile mit solchen Situationen umzugehen“, hatte Vito Cece immer noch großes Vertrauen in seine Mannschaft.

Die HSG wehrt sich

Der Co-Trainer der HSG wurde nicht enttäuscht. Denn nach etlichen Nasenstübern, Ellenbogen in den Rippen oder anderweitigen schmerzhaften Zusammenstößen mit den Schömbergern, begannen sich die Cece-Schützlinge, wenn auch nicht in derselben Gewichtsklasse agierend, zu wehren. Youngster Lowis Englert nahm die Wucht der Gegenspieler genauso auf wie auch sein Nebenmann Tim Negler in der Abwehrmitte. Und sogar Marian Heinkele auf Außen hatte bis dahin so viel eingesteckt, dass er in der Schlussphase begann, etwas davon zurückzuzahlen.

Der Rückstand begann zu schmelzen, betrug aber bis zum 29:31 vier Minuten vor der Schlusssirene immer mindestens zwei Tore. Erst Lowis Englert gelang es, mit seinem Treffer zum 30:31 diesen Bann zu brechen. Nun gab es aufseiten der Hausherren kein Halten mehr. Fabian Rothsching wuchs im Tor mit zehn Paraden in der Schlussviertelstunde über sich hinaus, Dominic Rose in der Offensive genauso. Der Ausgleichstreffer von Sebastian Bock holte das Publikum vollends ins Boot zurück, das 32:31 von Tim Negler sorgte für die erste Führung seit der dritten Minute.

Gala-Vorstellung von Dominic Rose

Als schließlich der einmal mehr überragende Dominic Rose 24 Sekunden vor dem Spielende mit seinem neunten Treffer auf 33:31 stellte und Fabian Rothsching noch einen weiteren Versuch der Schömberger entschärfte, gab es in der Sommerhofenhalle kein Halten mehr. Sowohl die Fans auf der Tribüne als auch die Spieler auf dem Platz bejubelten den vielleicht emotionalsten Sieg in dieser Saison. „Diese Jungs geben nie auf“, waren Marco und Vito Cece sichtlich stolz auf ihre Schützlinge. „Wir bleiben weiterhin im Rennen um den dritten Abschlussrang dabei.“

HSG Böblingen/Sindelfingen: Rothsching, Meyer (beide im Tor); Fangerow (5 Tore/davon 1 Siebenmeter), Englert (6), Marian Heinkele (6), Mikko Frommer, Finn Spitzl, Tim Negler (3), Todt (1), Bock (3), Rose (9), Neuberger, Dörner

 

Bild: So sehen Sieger aus: Die Verbandsliga-Handballer der HSG Böblingen/Sindelfingen freuen sich über den Heimerfolg.

Bild: photostampe

Quelle: Sindelfinger Zeitung/ Böblinger Zeitung online